yomo
Junger Mann mit Kopfhörern und Smartphone an der Tramhaltestelle

yomo ohne FOMO – ein Offline-Abenteuer

Vibrieren-Piepen-Blinken-Klicken. Lesen-Scrollen-Tippen-Senden. Egal wann. Egal wo. 24/7. Das Smartphone ist der leuchtende Superhero, direkt in unserer Hand. Warum auch nicht? Viele Apps machen uns den Alltag doch echt easy. yomo zum Beispiel. 😉

Klar: Nicht jeder Griff zum Handy ist sinnvoll. Trotzdem können wir es uns nicht verkneifen. Wegen FOMO.

FOMO, das ist die „fear of missing out“ – sie bestimmt, wie wir den Tag beginnen und wie wir ihn beenden. Wir wühlen uns durch Newsfeeds, Facebook, Twitter, WhatsApp und Instagram. Und am Ende fangen wir wieder von vorne an. Irgendwas ist sicher neu.

Das Smartphone raubt Zeit – und stresst heftig! Wie fühlt es sich an ohne diese Infoflut? Unser Autor hat es getestet. Nicht ganz freiwillig allerdings.

Unplugged klingt alles anders

Spät dran. Schnell in die Jacke und aus dem Haus. 150 Meter im Spurt. Gerade noch die Tram erwischt. Bluetooth-Kopfhörer raus, Musik starten und Feeds aktualisieren… Plötzlich der Schock: keine Musik, kein Refresh, kein Garnichts. Ich habe mein Handy zu Hause vergessen!

Nach einer kurzen Panikattacke setze ich mich neben eine Oma mit Dackel. Was mache ich jetzt? Ernsthaft – was? Der Weg in die Redaktion dauert fast eine halbe Stunde. Ohne Handy, ohne Timelines, ohne Streams? Ein merkwürdiges Gefühl, so völlig offline.

Ich schaue mich um. Alle anderen schauen nach unten, auf ihr Smartphone, wo es so viel zu entdecken gibt. Ich mache – nichts. Bin abgestöpselt von der Welt. Und habe das Gefühl, alles zu verpassen.

Die Social-Media-Null-Diät

Nach einer quälend langweiligen halben Stunde komme ich im Büro an. Schnell den Rechner starten und Facebook checken. Da ich das aber sonst nur am dauer-eingeloggten Handy mache, weiß ich mein Passwort nicht. Das Passwort für Instagram kenne ich, aber die Desktop-Variante macht einfach keinen Spaß. Also fange ich an zu arbeiten – begleitet von dem unguten Gefühl, dass zu Hause zahllose Push-Mitteilungen und Posts ins Leere laufen, mich Freunde kontaktieren und vergeblich auf Antwort warten.

Ich bin nervös. So fühlen sich wahrscheinlich Eltern, wenn sie ihr Kind das erste Mal in der Kita abgegeben haben. Man weiß einfach nicht, was der Kleine gerade ohne einen erlebt. Immer wieder erwische ich mich beim Versuch, aus Gewohnheit aufs Smartphone zu gucken und merke, dass es da nichts zu gucken gibt. Kalter Entzug.

Es ist Zeit zum (Um-)Denken

Irgendwann hat mein Kopf dann aber verstanden, dass mein Handy heute nicht dabei ist. Ich kann keine Neuigkeiten checken, muss es also auch nicht. Ein unbekanntes Gefühl. So leicht und sorglos. Klar habe ich immer noch digitale Entzugsschmerzen, fühle aber auch so etwas wie neu gewonnene analoge Freiheit.

Normalerweise reißt mich mein blinkendes Smartphone immer wieder aus meinen Aufgaben heraus. Jedes Mal, wenn es mich ablenkt, verliere ich nicht nur ein paar Sekunden, sondern verlagere meine Aufmerksamkeit und brauche danach Zeit, um mich wieder einzuarbeiten.

Heute aber funktioniert mein Gehirn in größeren Zusammenhängen, so ganz ohne kleinteilige Ablenkung und dauernde Alarmbereitschaft. Ich bin voll im Flow und merke, wie produktiv ich dabei bin. Echt gut!

Die Lehre der nachrichtenlosen Leere

Dann ruft meine Mutter in der Arbeit an und fragt, ob alles ok ist. Schließlich wäre ich jetzt auf WhatsApp seit mehreren Stunden nicht online und das ist ja wohl nicht ganz normal.

Ich kann sie beruhigen und frage, was es denn Wichtiges gäbe. „Nichts“.

Ich merke den krassen Druck dieser ständigen Erreichbarkeit per Smartphone. Wieso erwartet man voneinander in Echtzeit Reaktionen auf sämtliche belanglosen Nachrichten, Mails und Bilder? Das ist sozialer Stress und vollkommen grundlos. Wir bombardieren uns gegenseitig mit Informationen, die der andere oft und vor allem in diesem Moment gar nicht braucht. Wir sind gehetzt und ständig unter Druck, den Facebook-Messenger und WhatsApp zu checken. Der Drang, zu reagieren, bestimmt alles. Ruhepausen gibt es nicht, denn es fällt schwer, der Neugier zu widerstehen.

Das geplante Nichtstun

Ich sitze in der Bahn nach Hause und schaue aus dem Fenster. Stelle mein Hirn auf Autopilot, erlebe einfach den Moment. Es funktioniert. Die gesamten 30 Minuten.

Normalerweise checke ich jetzt all die Postings, in denen jeder nur die Highlights seines Lebens veröffentlicht. Das lässt einen ja unterbewusst oft glauben, das eigene Leben wäre viel langweiliger und komplizierter. Warum aber vergleiche ich mich mit irgendwelchen Instagram-Leuten, die ich persönlich gar nicht kenne? Darauf kann ich eigentlich verzichten. Naja, nur Musik fehlt mir schon irgendwie in der Tram.

Trotzdem: Ich atme, spüre, sehe, höre. Zugleich frage ich mich, welche Benachrichtungsflut denn jetzt zu Hause auf mich einprasseln wird.

Information Overload

Wieder daheim. Was habe ich verpasst? 34 Mitteilungen (sieben davon alleine von meiner Mutter), 17 Werbe-E-Mails, unzählige Instagram-Memes, 13 Facebook-Statusupdates und null Tinder-Matches. Zusammengefasst: viel Müll. Wirklich gebraucht habe ich das heute alles nicht.

Ich checke die Self-Monitoring-Daten auf meinem Handy. Im Durchschnitt entsperre ich es 60 Mal am Tag und bin damit 2,5 Stunden online. Natürlich kann man am Handy selbst Beschränkungen und Zeiten festlegen für die eigene Nutzung, Push-Mitteilungen deaktivieren, Apps löschen oder einfach radikal offline gehen. Zumindest Letzteres könnte allerdings eine Einbahnstraße in die Einsamkeit sein.

Ich ändere meine Smartphone-Einstellungen also nicht, meine persönliche Einstellung hat sich aber dennoch ein bisschen verändert.

Flexibel und mobil, aber bewusst

Mehrere Wochen ist dieser Tag jetzt her und mein Handy habe ich seitdem nicht mehr vergessen. Ich liebe nach wie vor die Möglichkeit, die Dinge dort und dann zu tun, wo und wann es mir gerade passt. Wenn ich irgendwas wissen will, frage ich Google. Ich chatte mit Freunden, streame Musik aus der Cloud und meinen Kontostand checke ich zwischendurch über die yomo-App – denn das geht schnell und ist super easy.

Ich ziehe den Kopf aber auch mal bewusst raus aus dem Smartphone, mit ein bisschen Low Digital oder Digital Detox von Zeit zu Zeit. Ich konzentriere mich bewusster auf Dinge, egal ob beruflich oder privat, lege mein Handy auch mal in die Schublade oder stecke es unterwegs tief in den Rucksack. Ich bin nicht mehr immer erreichbar oder permanent am Schreiben. Ich lasse nur die Menge an Input zu, mit der ich mich wohlfühle.

Noch wichtiger als digital was wegzulassen, ist mir aber, etwas analog zu erleben. Und wenn ich an einem schönen Ort bin, lasse ich mich selbst von der digitalen Leine, fotografiere nicht und poste nicht, sondern genieße den Augenblick.

So bin ich nicht mehr von der FOMO getrieben – ich kann mich einfach treiben lassen, ganz ohne Angst, irgendwas Wichtiges zu verpassen. Und genau das ist doch mobile Freiheit, oder?

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